Verbrechen und Vergehen – Wo liegt der Unterschied?
In vielen Gesetzen wird zwischen „Verbrechen“ und „Vergehen“ unterschieden. Für Sicherheitsmitarbeiter ist es wichtig zu wissen, was diese Begriffe bedeuten, denn sie wirken sich auf das Strafmaß, die Bewertung von Situationen und die eigene Handlungssicherheit aus. Die Unterscheidung ist im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt.
§ 12 StGB – Definitionen
Laut § 12 StGB sind:
• Verbrechen rechtswidrige Taten, die mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe oder mehr bedroht sind.
• Vergehen sind rechtswidrige Taten, die mit einer geringeren Strafe bedroht sind (z. B. Geldstrafe oder Freiheitsstrafe unter einem Jahr).
Es kommt also nicht auf die tatsächliche Strafe an, sondern auf das im Gesetz vorgesehene Mindestmaß der Strafe.
Beispiele
• Verbrechen: Mord (§ 211 StGB), Raub (§ 249 StGB), schwere Brandstiftung (§ 306a StGB)
• Vergehen: Diebstahl (§ 242 StGB), Hausfriedensbruch (§ 123 StGB), Beleidigung (§ 185 StGB)
Bedeutung für den Sicherheitsdienst
Sicherheitsmitarbeiter müssen in der Lage sein, Gefährdungslagen grob einzuschätzen. Wenn ein Verbrechen vorliegt (z. B. ein bewaffneter Raub), ist sofortiges Handeln gefordert – etwa durch Alarmieren der Polizei oder Absichern des Tatorts. Bei Vergehen wie Beleidigung oder einfacher Sachbeschädigung ist meist eine andere Herangehensweise notwendig. Hier steht Deeskalation im Vordergrund.
Wichtig: Die Unterscheidung zwischen Verbrechen und Vergehen bedeutet nicht, dass Vergehen „harmlos“ sind – sie können ebenfalls schwerwiegende Konsequenzen haben.
Was muss ich für die Prüfung wissen?
• Die Begriffe „Verbrechen“ und „Vergehen“ sind in § 12 StGB geregelt.
• Verbrechen: Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe oder mehr.
• Vergehen: Geringeres Strafmaß (z. B. Geldstrafe oder unter 1 Jahr).
• Beispiele für Verbrechen: Mord, Raub, schwere Brandstiftung.
• Beispiele für Vergehen: Diebstahl, Hausfriedensbruch, Beleidigung.
• Sicherheitsmitarbeiter müssen unterscheiden können, wie schwer eine Straftat wiegt – das beeinflusst das richtige Verhalten im Einsatz.